Pozdrowienie ks. Andrzeja Fobera

Grußwort an die Koreanische Gemeinde am 18. Jan. 2009 – St. Chrsitophorikirche, Breslau, Ökumenischer Gottesdienst

 

 

So seid ihr nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen

Und Gottes Hausgenossen,

erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten,

da Jesus Christus der Eckstein ist“. Eph 2,19.20.

 

Liebes Ehepaar Pai!

Liebe Brüder und Schwestern aus Südkorea!

Liebe St. Christophorigemeinde!

 

Ich erzähle Ihnen eine spannende Geschichte. Im Spätfrühling 2005 reiste ein koreanisches Ehepaar aus Deutschland nach Breslau. Das Ziel der Reise war es, zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gäbe irgendwelche Räumlichkeiten in Breslau zu finden für eine entstehende evangelische Gemeinde für die Koreaner, die mit koreanischen Investitionen und Investoren nach Breslau und Schlesien in einer großen Zahl kommen sollten. Das Paar bezog Quartier   im Hotel Mercure. Am nächsten Morgen, als der Man noch im Badezimmer war, betete die Frau kurz um die Hilfe Gottes, in fremder Stadt, unter Fremden Menschen die eine komische Sprache sprechen dem Ziel der Reise etwas näher kommen zu dürfen.

 

Als der Man fertig war und das Frühstück wartete auf dem Tisch, machte die Frau die Gardinen auf und sagte zu ihrem Man: Guck da, schräg gegenüber, dort steht eine kleine Kirche. Vielleicht beginnen wir heute dort!“ Dies kleine Kirche war unsere St. Christophorikirche.

 

Das war der Anfang, dann gab es Gespräche, das gemeinsame Mittagessen im K und K Restaurant, dann ihre Bitte an unsere Gemeinde   und positive Antwort des Gemeindekirchenrates. Nun sind Sie mit uns in der schönen Kirche mehr als zwei Jahre. In diesem Jahr werden es schon drei Jahre sein. Natürlich, bei der Entscheidung des Kirchenrates spielte die Vergangenheit unserer Gemeinde eine wesentliche Roll. Lange Jahre nach dem Krieg in Europa hatten wir keinen festen Raum für unsere Gottesdienste zur Verfügung. Diese Kirche steht uns erst seit 1958 und das Pfarrhaus im Zimpel seit 13 Jahren zur Verfügung. Als eines Tages die Schwestern und Brüder im Glauben aus Korea zu uns kamen   und für sich einen Raum suchten, konnten wir nur sagen: Herzlich Willkommen. Ich hoffe, Sie haben es auch damals gespürt.

 

Hätten wir damals „nein“ gesagt, würde es bedeuten, die Wahrheit des Evangelium ist für uns noch sehr weit. Wir freuen uns sehr, Ihnen ein bisschen geholfen zu haben. Ich werde eher sagen, Sie geben dieser Stadt und uns auch ein gutes Beispiel ihrer Frömmigkeit. Sie sind berühmt geworden, weil viele darüber reden, dass es eine Gruppe von Koreaner gibt, die nicht nur ihre Geschäfte aufrecht halten, aber auch ihren Glauben. Es gibt andere Nationen in Breslau und Schlesien die auch seit Jahren unter uns wohnen, aber nur Sie haben neben den Geschäftswegen auch den Weg zur Kirche gefunden.

 

Deswegen habe ich das Wort aus dem Epheserbrief für den heutigen Gottesdienst ausgesucht. Weil Sie hier ihre Kirche, ihren Gottesdienst und ihr Pastorenehepaar haben, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern, genau wie wir, nicht mehr aber auch nicht weniger, ihr seid mit uns gemeinsam Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Wenn man in seiner Heimat nicht den Weg zur Kirche kennt, zum lebendigen Wort und zum Sakrament, zur Gemeinschaft mit anderen, ist man eigentlich obdachlos, arm und fremd. Dann hat man nur die Gemeinschaft mit unbekannten Menschen auf der Straße, in der Straßenbahn, in der Schlange vor dem Lottoschalter. Einsamkeit in einer Großstadt. Es ist eine Krankheit, die viele Menschen plagt.

 

Wir freuen uns sehr, dass unsere Gemeinde dazu beigetragen hat, dass Sie von dieser Krankheit nichts wissen müssen, sondern gemeinsam mit uns erleben, wie schön das ist, eine Gemeinschaft mit Gott und miteinander zu haben.

 

Wir wissen heute nicht, wie lange Sie in Breslau und Niederschlesien noch bleiben. Ob noch lange oder nur kurz, wir wünschen Ihnen   viel Gottes Segen in Schlesien, für ihre Heimat und anderswo, wo auch immer Sie der Weg des Lebens hinführt.  

Gott befohlen und Amen!

 

Andrzej Fober